Laborabzüge sind entscheidende Sicherheitseinrichtungen in Laboratorien, die das Personal vor gefährlichen Gasen, Dämpfen und Aerosolen bei Experimenten schützen. Sie zählen zu den technischen Schutzeinrichtungen und integrieren elektrische, mechanische und lüftungstechnische Systeme, wodurch sie sowohl den Vorgaben des Arbeitsschutzes als auch der elektrischen Sicherheit unterliegen. Im Facility Management dient die lückenlose Dokumentation der Vorschriftenkonformität (Compliance) bei Laborabzügen dazu, den sicheren Betrieb, die regelmäßige Prüfung und die Instandhaltung aller elektrischen Komponenten gemäß DGUV-Vorschriften 3 & 4, DIN VDE 0701/0702 sowie der Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) sicherzustellen.
Die Dokumentationspflichten für Laborabzüge vereinen Aspekte der elektrischen Sicherheit, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Produktkonformität. Die drei Dokumentenarten – Prüfprotokolle (nach VDE/DGUV), herstellerseitige Betriebs- und Sicherheitsanleitungen (gemäß EU-Richtlinie 2014/35/EU) und Prüfbücher (DGUV-Vorschrift 3) – bilden den rechtlichen und organisatorischen Rahmen für einen sicheren und vorschriftenkonformen Betrieb von Laborabzügen. Im Facility Management müssen diese Unterlagen in der Sicherheits- und Technikakte des Labors geführt und regelmäßig aktualisiert werden. Gemeinsam gewährleisten sie die Einhaltung der DGUV-Regeln, VDE-Normen und EU-Produktsicherheitsvorgaben, schützen die Mitarbeiter und schaffen einen lückenlosen Nachweis für die technische und betriebliche Sicherheit im Laborumfeld.
Record of Test Results – Electrical Equipment (Prüfprotokoll elektrische Betriebsmittel)
Purpose & Scope
Stellt eine nachvollziehbare Dokumentation der durchgeführten elektrischen Sicherheitsprüfungen an der Installation des Laborabzugs und den angeschlossenen Komponenten bereit. Bestätigt die Einhaltung der VDE- und DGUV-Vorschriften bezüglich Schutzmaßnahmen und sicherem Betrieb.
• Identification of fume hood and associated electrical circuits • Visual inspection results (Schäden, Kennzeichnung, Zugänglichkeit) • Protective conductor resistance and insulation measurements • Functional testing of controls, emergency stop, and lighting • Leakage current test (falls zutreffend) • Date, test interval, and next due date • Tester’s name, qualification, and signature • Test equipment calibration reference
Responsible Party
Befähigte Elektrofachkraft gemäß DGUV-V 3 (Prüfer für Elektrosicherheit)
Practical Notes
Das Protokoll ist ein sicherheitsrelevantes Pflichtdokument und muss in der technischen Sicherheitsdokumentation (Sicherheitsakte) oder Labor-Wartungsakte aufbewahrt werden. Es dient als juristischer Nachweis der Compliance bei Audits durch die BG (Berufsgenossenschaft) oder staatliche Aufsichtsbehörden. Prüfintervalle betragen typischerweise ein Jahr oder werden im Rahmen der TRBS 1201 nach Risiko festgelegt.
Erläuterung
Laborabzüge verfügen über eingebaute elektrische Komponenten wie Lüfter, Sensoren, Beleuchtungseinrichtungen und Steuerungen. Gemäß DGUV-Vorschrift 3 sowie den VDE-Prüfnormen DIN VDE 0701/0702 müssen alle elektrischen Betriebsmittel vor der erstmaligen Nutzung und anschließend in regelmäßigen Abständen auf ihren sicheren Zustand geprüft werden. Dieses Prüfprotokoll stellt sicher, dass die elektrische Installation des Laborabzugs betriebssicher ist und keine Gefahr durch elektrischen Schlag, Kurzschluss oder Funkenbildung für die Labornutzer besteht. Die Prüfungen dürfen nur von einer Elektrofachkraft mit entsprechender Qualifikation (befähigte Person nach TRBS 1203) durchgeführt werden.
Der Prüfbericht wird vom Facility Management in der Sicherheitsakte bzw. technischen Dokumentation des Labors archiviert und dient der Instandhaltungsplanung, der Absicherung gegenüber Versicherungen sowie als Compliance-Nachweis bei behördlichen Überprüfungen oder Audits durch die Berufsgenossenschaft (BG). In der Praxis erhält jeder geprüfte Laborabzug eine Prüfplakette mit Angabe des Prüfdats und des nächsten Fälligkeitsdatums. Die Prüffristen werden im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgelegt (siehe TRBS 1201) und betragen in Laborbereichen typischerweise ein Jahr. Die Prüfprotokolle zählen zu den wichtigsten Sicherheitsdokumenten und sollten über mehrere Prüfzyklen hinweg (üblich sind mindestens fünf bis sieben Jahre) aufbewahrt werden, um im Schadens- oder Unfallfall als Beweisdokument zu dienen.
Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise für elektrische Betriebsmittel
Field
Details
Document Title/Type
Operating Instructions and Safety Information (Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise)
Purpose & Scope
Enthält vom Hersteller bereitgestellte Anleitungen für Endnutzer und Facility Manager zur sicheren Installation, Bedienung und Instandhaltung der im Laborabzug integrierten elektrischen Komponenten.
Relevant Regulations/Standards
Richtlinie 2014/35/EU (Niederspannungsrichtlinie); 1. ProdSV (02.2_2844 – ProdSG-Umsetzungsverordnung für elektrische Betriebsmittel); DGUV-I 203-070; DGUV-I 203-071; DIN EN 60204-1 (Maschinensicherheit – Elektrische Ausrüstung von Maschinen); DIN EN ISO 12100 (Risikobeurteilung)
Key Elements
• Beschreibung von Funktion und Aufbau des Geräts • Sicherheitswarnungen und zulässige Betriebsbedingungen • Schaltpläne, Anschlussschemata und Nennwerte der elektrischen Parameter • Vorgaben zu regelmäßiger Wartung und Prüfintervallen • Anweisungen für Notfälle und Störungsbehebung • Erforderliche persönliche Schutzausrüstung (PSA) • Herstellerangaben, Kontaktdaten und CE-Konformitätserklärung
Responsible Party
Hersteller des Laborabzugs oder der elektrischen Teilsysteme
Practical Notes
Die Anleitungen müssen bei Lieferung in deutscher Sprache mitgeliefert und in der Gerätedokumentation des Abzugs aufbewahrt werden. Der Facility Manager muss sicherstellen, dass alle Nutzer gemäß diesen Anleitungen geschult werden und dass Aktualisierungen des Herstellers in die betrieblichen Sicherheitsabläufe übernommen werden.
Erläuterung
Gemäß der Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) und der deutschen 1. ProdSV (Erste Verordnung zum ProdSG) sind Hersteller verpflichtet, ihren elektrischen Betriebsmitteln eine Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen in der Landessprache beizulegen. Diese vom Hersteller erstellte Dokumentation enthält alle Anleitungen für eine sichere Installation, den bestimmungsgemäßen Betrieb und die Wartung der im Laborabzug verbauten elektrischen Komponenten. Sie beschreibt die Funktion des Geräts, warnt vor Gefahren im Umgang und legt Betriebsgrenzen fest. Darüber hinaus gehören technische Daten (z.B. Schaltpläne, Anschlusswerte) und Vorgaben zu Prüf- und Wartungsintervallen zum Inhalt, ebenso Notfallmaßnahmen und Hinweise zur Fehlersuche.
Im Facility Management bildet die Betriebsanleitung die Grundlage dafür, dass Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden: So müssen Beschäftigte gemäß § 12 ArbSchG und DGUV-Vorschrift 1 über die sichere Benutzung von Arbeitsmitteln unterwiesen werden. Die vom Hersteller vorgegebenen Sicherheitshinweise fließen in die Unterweisungen des Labors ein, und alle Benutzer des Abzugs müssen mit diesen Vorgaben vertraut sein. Die Betriebsanleitung (in deutscher Sprache) ist in der Gerätedokumentation aufzubewahren und bei jeder Wartung oder Änderung zu Rate zu ziehen. Der Facility Manager sorgt zudem dafür, dass etwaige Aktualisierungen oder Sicherheitshinweise des Herstellers umgehend in die betrieblichen Abläufe und Anweisungen integriert werden. Dieses Dokument dient somit sowohl dem Produktkonformitätsnachweis (CE-Kennzeichnung) als auch der betrieblichen Sicherheit, indem es einen sicheren Umgang mit dem Laborabzug über dessen gesamten Lebenszyklus gewährleistet.
Prüfbuch für elektrische Anlagen und Betriebsmittel (auf Verlangen der BG)
Field
Details
Document Title/Type
Inspection Book for Electrical Systems and Equipment
Purpose & Scope
Fasst alle Prüfprotokolle, Wartungsberichte und Dokumentationen über Mängelbehebungen für die elektrischen Systeme des Laborabzugs zusammen. Wird geführt, wenn die Berufsgenossenschaft (BG) einen Nachweis über das Prüfmanagement verlangt.
• Auflistung aller installierten elektrischen Geräte und Stromkreise • Prüftermine und verantwortliche Prüfer • Verweise auf einzelne Prüfprotokolle (VDE 0701/0702) • Beschreibung festgestellter Mängel und durchgeführter Reparaturen • Bestätigung der Mängelbeseitigung • Unterschrift des Facility Managers als Nachweis der Nachverfolgung
Responsible Party
Betreiber (Arbeitgeber) oder Elektro-Sicherheitsverantwortlicher
Practical Notes
Das Prüfbuch dient als gebündeltes Compliance-Verzeichnis und wird bei Sicherheitsbegehungen oder Unfalluntersuchungen herangezogen. Es sollte entweder in Papierform oder digital (z.B. im CAFM-System) geführt werden, um jederzeit einen schnellen Zugriff auf Prüfnachweise zu gewährleisten. Wenn es von der BG angefordert wird, ist es innerhalb vorgegebener Fristen vorzulegen.
Erläuterung
Das Prüfbuch bietet einen zentralen Überblick über alle sicherheitsrelevanten Prüfungen und Maßnahmen an der Elektroausrüstung des Laborabzugs. Nach DGUV-Vorschrift 3 § 5 Abs. 3 ist ein solches Prüfbuch immer dann zu führen, wenn die Berufsgenossenschaft (BG) es zur Überprüfung verlangt. In diesem Buch werden sämtliche Prüftermine, Befunde und durchgeführten Instandsetzungen lückenlos dokumentiert. Dadurch kann der Betreiber jederzeit nachvollziehen, welche elektrischen Geräte und Anlagenteile geprüft wurden, wann die nächsten Prüfungen fällig sind und ob festgestellte Mängel ordnungsgemäß behoben wurden.
Zuständig für die Führung des Prüfbuchs ist der Betreiber bzw. eine von ihm benannte verantwortliche Elektrofachkraft oder Sicherheitsbeauftragte. Auch wenn ein Prüfbuch nicht in jedem Betrieb ausdrücklich vorgeschrieben ist, gilt es als Best Practice, um die Prüforganisation transparent zu gestalten. Es kann klassisch in Papierform oder mit Hilfe eines digitalen Wartungs-/CAFM-Systems geführt werden. Im Ereignisfall – etwa bei einem Arbeitsunfall oder einer behördlichen Gefährdungsbeurteilung – dient das Prüfbuch als gebündelter Nachweis aller ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen. Es unterstützt den Facility Manager dabei, seinen Dokumentationspflichten nach ArbSchG §§ 5 und 6 nachzukommen, und erleichtert externe Audits erheblich. Letztlich sorgt das Prüfbuch dafür, dass keine Prüfung übersehen wird und dass die Beseitigung etwaiger Mängel schriftlich festgehalten und gegengezeichnet ist – ein wichtiger Beitrag zur kontinuierlichen Arbeitssicherheit und elektrotechnischen Betriebssicherheit im Labor.