Medizintechnik
Medizintechnik ist ein zentraler Bestandteil moderner Gesundheitseinrichtungen und umfasst eine Vielzahl von Technologien und Systemen, die für die Diagnose, Behandlung und Patientenversorgung eingesetzt werden. Eine fachgerechte Planung, Umsetzung und Prüfung der Medizintechnik stellt sicher, dass alle Geräte und Anlagen den höchsten Standards in Bezug auf Sicherheit, Effizienz und Zuverlässigkeit entsprechen. Dabei werden sowohl funktionale als auch technische Anforderungen behandelt, um eine optimale Integration in bestehende Strukturen und Prozesse zu gewährleisten. Zusätzliche Anpassungen oder Erweiterungen können je nach spezifischen Anforderungen vorgenommen werden.
Einleitung und Funktionale Anforderungen
Patientensicherheit: Sicherstellen, dass alle Geräte und Systeme den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.
Zuverlässigkeit: Auswahl und Installation von Medizingeräten mit minimalen Ausfallzeiten.
Ergonomie: Benutzerfreundliche und intuitive Bedienung für medizinisches Fachpersonal.
Kompatibilität: Integration aller Systeme in die bestehende Infrastruktur der Gesundheitseinrichtung.
Hygiene: Einsatz von leicht zu reinigenden Materialien und Oberflächen.
Energieeffizienz: Auswahl energieeffizienter Systeme, um den Betrieb nachhaltiger zu gestalten.
Normenkonformität: Einhaltung internationaler und nationaler Normen, wie DIN EN 60601 (elektrische Geräte in der Medizintechnik) und MDR (Medical Device Regulation).
Wartungsfreundlichkeit: Sicherstellung eines einfachen Zugangs zu allen Komponenten für Inspektionen und Reparaturen.
Räumliche Voraussetzungen:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass Untersuchungs- und Behandlungsräume ausreichend Platz für die Installation von Medizingeräten bieten.
Technische Details: Mindestabstand von 1 Meter um stationäre Geräte herum für Wartungsarbeiten.
Best Practice: Planung von Versorgungsschächten für Strom- und Datenleitungen in Boden oder Wänden.
Belüftung und Klimatisierung:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass medizinische Geräte in klimatisierten Räumen mit konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit betrieben werden.
Technische Details: Temperaturbereich zwischen 20-25 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 40-60% gemäß Herstellerangaben.
Zusätzlich: Installation von Luftfiltern zur Minimierung von Staub und Partikeln.
Lastenverteilung:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass die Bodenbelastung für schwere Medizingeräte ausgelegt ist.
Technische Details: Statikberechnung gemäß DIN EN 1991 (Eurocode 1) für Flächenlasten.
Stromversorgung:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass alle medizinischen Systeme an eine redundante Stromversorgung angeschlossen sind.
Technische Details: Integration von USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgung) und Notstromgeneratoren mit einer Mindestlaufzeit von 24 Stunden.
Zusätzlich: Verwendung separater Stromkreise für kritische Geräte.
Datenübertragung:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass alle Geräte nahtlos in das Krankenhausinformationssystem (KIS) integriert werden können.
Technische Details: Verwendung von HL7-Standards für den Datenaustausch zwischen medizinischen Geräten und Informationssystemen.
Best Practice: Einrichtung eines sicheren VLAN für Medizingeräte.
Gasanlagen:
Prüfanweisung: Überprüfen, ob Anschlüsse für medizinische Gase wie Sauerstoff, Lachgas und Druckluft vorhanden sind und den Normen entsprechen.
Normbezug: DIN EN ISO 7396-1 (medizinische Gasversorgungssysteme).
Zusätzlich: Prüfung der Dichtigkeit und regelmäßige Wartung der Gasleitungen.
Gerätemontage:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass stationäre Geräte sicher montiert und leicht zugänglich sind.
Technische Details: Verwendung von Halterungen mit einer Traglastreserve von mindestens 20%.
Zusätzlich: Berücksichtigung von Schwingungsdämpfern zur Reduktion von Vibrationen.
Transportwege:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass Transportwege für medizintechnische Geräte barrierefrei und ausreichend dimensioniert sind.
Technische Details: Mindestbreite von 1,5 Metern für Flure und Türen gemäß DIN 18040.
Zugänglichkeit:
Prüfanweisung: Überprüfen, ob die Anlieferung von Medizingeräten durch separate Zugänge ermöglicht wird.
Zusätzlich: Planung von Aufzügen mit einer Tragkraft von mindestens 1000 kg für den Gerätetransport.
Best Practice: Installation von Überwachungskameras zur Sicherung der Transportwege.
Geräteauswahl:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass die ausgewählten Geräte den aktuellen medizinischen Standards entsprechen.
Technische Details: Zertifizierung nach MDR und CE-Kennzeichnung.
Zusätzlich: Überprüfung der Garantiebedingungen und Serviceverträge.
Mobiliar:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass Mobiliar wie Wagen und Halterungen mit den Medizingeräten kompatibel sind.
Technische Details: Verwendung von antimikrobiellen Materialien für hygienische Oberflächen.
Best Practice: Integration von modularen Systemen zur flexiblen Nutzung.
Desinfektionssysteme:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass Desinfektionssysteme für Geräte und Arbeitsflächen vorhanden sind.
Zusätzlich: Integration von UV-C-Licht zur keimfreien Reinigung.
Normbezug: Einhaltung der Hygienevorschriften nach DIN EN ISO 15883.
Schulungen:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass das medizinische Fachpersonal in der Bedienung aller Geräte geschult ist.
Details: Bereitstellung von herstellerspezifischen Schulungsmaterialien und praktischen Trainings.
Best Practice: Regelmäßige Auffrischungsschulungen und Notfalltrainings.
Dokumentation:
Prüfanweisung: Sicherstellen, dass alle Geräteüberprüfungen und Wartungsarbeiten dokumentiert werden.
Technische Details: Nutzung digitaler Wartungsplattformen zur zentralen Erfassung.
Zusätzlich: Sicherstellen, dass alle Wartungsdokumente für Audits bereitgestellt werden können.